Nautic Club Castrop-Rauxel e.V.  

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unten: Das Geschicklichkeitsfahren erfordert eine ruhige Hand.

 





Termine


Ansprechpartner:
Nautic-Club Castrop-Rauxel e.V.
Hans-Ulrich Winkler
Tel. 0 23 67 / 96 31
http://www.nautic-club-ev.de/
Schifffahrt auf dem Gondelteich
Leinen Los!

Rennyachten, Flottenschiffe und Hochseekreuzer sind die Sommer-Attraktion auf dem Gondelteich im Stadtgarten. Wie aber passt ein Hochseekreuzer bitteschön auf das doch recht überschaubare Gewässer? Ganz einfach: Wir reden hier von Booten im Kleinformat. Denn zurzeit ist Hochsaison für die Modellschiffbauer des Nautic Clubs Castrop Rauxel.

1990 taten sich eine Hand voll einzelner Modellschiff-Kapitäne zusammen und gründeten den Nautic Club. Der Verein sollte die passenden Rahmenbedingungen für das gemeinsame Hobby bieten: Die Mitglieder konnten eigene Regatten ausschreiben und veranstalten und auch die Nutzung des Gondelteichs wurde aufgrund der Anpachtung durch den Verein erleichtert. »Anfangs gab es Probleme bei der Koordination mit dem ansässigen Angelverein«, erinnert sich der 2. Vorsitzende Hans Ulrich Winkler, »doch das hat sich im Laufe der Zeit geklärt.« Modellschiffbauer und Angler sprechen sich für jede Saison zwecks Zeiten und Veranstaltungen ab.

Von April bis Oktober heißt es auf dem Gondelteich in jedem Jahr »Leinen los!« Samstags zwischen 14 und 17 Uhr treffen sich die »Nauticer« regelmäßig, um ihre Schiffe zu Wasser zu lassen. Die 20 Modellbauer im Alter von 18 bis 80 Jahren trainieren dann nicht nur für die nächste Regatta. Sie warten auch die drei Vereinsmodellschiffe oder testen gar ein neu gebautes Boot zum ersten Mal auf dem Wasser. »Solch eine Jungfernfahrt ist immer ein ganz besonderer Augenblick«, weiß Hans Ulrich Winkler nur zu gut. Denn der Bau eines Schiffmodells kann einige Jahre dauern. Ein kleineres Schiff, das in seiner baulichen Zusammensetzung recht einfach konstruiert ist, sei zwar auch eine Herausforderung, doch es könne bereits nach einigen Wochen oder Monaten zu Wasser gelassen werden. Komplexere Modelle benötigten hingegen oftmals viel Geduld und Präzision: »Es gibt sehr große Boote, die detailgetreu in der Konstruktion des Originalschiffes nach Bauplan zusammengesetzt werden. Nicht nur das Gerüst des Schiffes, die Farben und Formen müssen dabei dem Original entsprechen – ein Modellschiff sollte ebenso funktionieren wie das Original in der realen Größe. Dabei gibt es schon mal bis zu 80 Sonderfunktionen. Von der Beleuchtung über Arbeitsfunktionen bis hin zu den Puppen, die die Mannschaft darstellen und sich sogar auf dem Deck bewegen, muss alles stimmen!«
Ob Bohrinselversorger, Kajütkreuzer, Flotten- und Marineschiff, Rennyacht oder Schlepper, Arbeits- und Feuerlöschschiff – jede Schiffkonstruktion ist vorhanden. Manche Modellschiffbauer wagen sich sogar an Modelle, von denen es keine Bausätze oder gar Original-Baupläne gibt. Sie fahren an die entsprechenden Hafenstandorte, um die Originale zu fotografieren oder besuchen die Werften, in denen die Schiffe ursprünglich gebaut wurden.

Hans Ulrich Winkler ist Modellschiffbauer mit Leib und Seele und seit Vereinsgründung mit dabei. »Es ist die Liebe zum Detail, die Liebe zur Natur und die Leidenschaft des Bastelns! Mit den eigenen Händen etwas zu konstruieren, funktionstüchtig zu machen und im Resultat den Erfolg zu erleben, das bringt mir immer wieder Motivation, weitere Schiffe zu bauen und an Wettkämpfen teilzunehmen«, sagt er. Auch das Vereinsleben an sich sei ein schönes Gefühl, eine gut funktionierende Gemeinschaft mit gleichen Zielen, Unterstützung und Erfahrungsaustausch. »Wir würden uns sehr über Nachwuchs im Verein freuen. Ich bin mir sicher, viele Jugendliche hätten mit dem Modellschiffbau ein besseres und vielseitigeres Hobby als mit Computerspielen und Videos«, so der Modellschiffbauer.

Einmal im Jahr veranstaltet der Nautic Club den »Casterix«-Tag. Dann können alle Kinder und Jugendlichen einmal selber Hand an die Fernbedienung der Vereinsschiffe legen und erste Eindrücke sammeln. Doch auch bei den Vereinsmeisterschaften oder anderen öffentlichen Veranstaltungen des Nautic Clubs sind interessierte Neulinge und neugierige Fragen genauso willkommen wie erfahrene Modellschiffbauer, die keinen eigenen Verein haben oder sich einfach gerne austauschen möchten.

Am 10. September findet die große Vereinsregatta statt. Ab 9.30 Uhr beginnen die Wettkämpfe, in denen sich rund 50 Modellschiffbauer verschiedener be-freundeter Vereine aus ganz Nordrhein-Westfalen messen. In unterschiedlichen Leistungsklassen haben die Kapitäne verschiedenste Anforderungen zu bewältigen. Eine besonders knifflige Aufgabe ist der Parcours zum Leuchtturm, der über einen genau zu passierenden Kontaktpunkt zum Leuchten gebracht werden muss. Aber auch bei der »Kanaldurchfahrt« kommt es auf ein ausgeprägtes Fingerspitzengefühl an. Denn die Fahrer müssen ihre Schiffe durch eine gerade mal einen Meter breite Strecke entlang zweier 2,50 Meter langer Rohre navigieren. »Wenn die Schiffe ein Rohr berühren, gibt es Punktabzug«, so Hans Ulrich Winkler.

Und wenn die Außensaison sich im Herbst dem Ende neigt, veranstaltet der Nautic Club seine traditionelle Glühwein-Regatta. Neben der Vereinsmeisterschaft findet eine abschließende Juxregatta bei gemeinschaftlichem Glühweintrinken statt. Bis in die späten Abendstunden werden die Schiffe dann ihre letzten Runden auf dem beleuchteten Gondelteich drehen. Über die Wintermonate treffen sich die Vereinsmitglieder regelmäßig im Haus Henze. Dort besprechen sie die Veranstaltungen der kommenden Saison und fachsimpeln über die neuen Boote, die bis zum Saisonauftakt neu gebaut werden. sh

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